Teiche

Die Lage der Teiche im westlichen Groß-Mehßow 1828. Karte: Separationskarte 1828 (Staatsarchiv der DDR, Potsdam), abgezeichnet von Dr. Oskar August, Halle.

  Die Teiche

Die Eiszeit hinterließ in und um Groß-Mehßow umfangreiche Tonschichten im Erdreich, die zur Anlegung von Teichen eine nahezu ideale Voraussetzung darstellten. Hiervon wurde auch rege Gebrauch gemacht, denn in den letzten 200 Jahren gab es auf der Groß-Mehßower Feldmark nicht weniger als 27 Teiche mit etwa 15 Hektar Wasserfläche. Davon sind heute immerhin noch 11 übrig geblieben. Ein Teil der Teiche verdanken ihre Entstehung sicherlich dem vor Jahrhunderten betriebenen Alaunbergbau. In der Groß-Mehßower Teichlandschaft hat der Großteich mit einer Fläche von über 8 ha die umfangreichste Ausdehnung, was ihm auch den Namen gab. Die anderen Teiche sind kleiner, so der Langteich, Mühlteich, Wurzelteich, Grünzelteich, Drehnaer-Teich, Hellerteich, Dorfteich, Handricks Teich und die Fischhälterteiche.

Die Lage der Groß-Mehßower Dorfteiche 1828. Karte: Separationskarte 1828 (Staatsarchiv der DDR, Potsdam), abgezeichnet von Dr. Oskar August, Halle.

Die Dorfteiche hatten früher in den Ortschaften mehrere Zwecke zu erfüllen. Sie waren eine Wasserstelle, in der man sich die Gießkanne für den Garten füllte. Vor zweihundert Jahren haben die Hausfrauen darin noch ihre Wäsche gewaschen. Wenn es im Dorf brannte, holte die Feuerwehr aus dem Dorfteich das Wasser zum Löschen. Und trotz aller wirtschaftlicher Nutzung des Dorfteiches wuchsen darin Seerosen, Teichmummeln, Bumskeulen und Schilf. Im Dorfteich gab es Frösche, über die sich der Storch auf dem Scheunendach besonders freute. Auf dem Wasser schwammen Enten und im Wasser gab es Fische. Und nicht zuletzt badeten die Kinder im Dorfteich, fingen Kaulquwappen und schauten den schillernden Libellen zu. Im Winter verwandelte sich die Wasserfläche in eine Eislaufbahn. Am Wasser, am Dorfteich war immer etwas los. Man begegnete sich, um gemeinsam etwas zu tun oder zu erleben. Viele Dorfteiche sind heute aus unserer Landschaft verschwunden. Sie wurden mit Abwässern verunreinigt, mit Unrat gefüllt und schließlich zugeschüttet. So auch der eine Dorfteich in Groß-Mehßow, der beim Bau des neuen LPG-Stalls zugeschüttet wurde.

Der Neuteich mit den beiden Fischhälterteichen und ein weiterer, nördlich gelegener Teich (bereits auf der Tugamer Gemarkung), entstanden erst nach 1945 und verschwanden nach 2 Jahrzehnten wieder, auf Grund des Tagebaus Schlabendorf-Süd.

Klein-Mehßow hatte früher 8 Teiche: die Mühlenteiche, die Schäferei-Teiche und die Heide-Teiche. Sie wurden alle ein Opfer der Grundwasserabsenkung des Tagebaus Schlabendorf-Süd. Heute gibt es einen kleinen Dorfteich und  auch wieder einen Mühlenteich. Und in einem der ausgetrocknetem Heideteiche wachsen immer noch Binsen.

Die ehemaligen Heideteiche und die Schäfereiteiche in Klein-Mehßow.

Die Groß-Mehßower Teiche werden heute von der Teichwirtschaft Fürstlich-Drehna bewirtschaftet. Einen Hauptanteil stellt die Karpfenzucht dar, es werden aber auch Hecht, Zander u.a. Fische gezüchtet. Bemerkenswert ist die Neuansiedlung bereits ausgestorbener Wasserbewohner, wie z. B. den Deutschen Edelkrebs und den Bitterling.