Teiche

Der Sandteich in Tugam.

Die Eiszeit hinterließ in der Mehßower Landschaft umfangreiche Tonschichten im Erdreich, die zur Anlegung von Teichen eine nahezu ideale Voraussetzung darstellten. Hiervon wurde auch, insbesondere in Groß-Mehßow und Tugam, rege Gebrauch gemacht, denn in den letzten 200 Jahren gab es auf der Groß-Mehßower Feldmark nicht weniger als 27 Teiche mit etwa 15 Hektar Wasserfläche und in Tugam 5 Teiche mit etwa 23 Hektar. Von den 27 Teichen in Groß-Mehßow sind heute immerhin noch 10 übrig geblieben. Ein Teil der Teiche verdanken ihre Entstehung sicherlich dem vor Jahrhunderten betriebenen Kupferwasserwerkes.

Auf der Karte von Peter Schenck 1757 ist Groß-Mehßow noch ohne Teiche. Denkbar, daß der Teichkomplex erst in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts entstand.
Die Separationskarte von 1828 weist dann einen umfangreichen Teichkomplex aus. Karte: Separationskarte 1828 (Staatsarchiv der DDR, Potsdam), abgezeichnet von Dr. Oskar August, Halle.

Groß-Mehßow. Als Hinterlassenschaft dieses Kupferwasserwerkes im westlichen Groß-Mehßow des 16./17. Jahrhunderts entstanden Bodensenken, die man durch Flutung zur Anlegung von Teichen zur Fischzucht nutzte. Schließlich wurde im 18. Jahrhundert eine große Nachtweide geflutet – der große Teich (Großteich) entstand. Die Fischzucht schien damals für die Gutsherrschaft sehr einträglich gewesen zu sein.

Die Fischhälterteiche des Großteiches, 1994.

In der Groß-Mehßower Teichlandschaft hat der Großteich mit einer Fläche von über 8 ha die umfangreichste Ausdehnung, was ihm auch den Namen gab. Die anderen Teiche sind kleiner, so der Langteich, Mühlteich, Wurzelteich, Grünzelteich, Drehnaer-Teich, Hellerteich, Dorfteich, die Fischhälterteiche und jüngst angelegte kleine Bio-Tümpel.

Die Lage der Groß-Mehßower Dorfteiche 1828. Karte: Separationskarte 1828 (Staatsarchiv der DDR, Potsdam), abgezeichnet von Dr. Oskar August, Halle.

So gibt es heute, außer den kleinen Fischhälterteichen und den neu angelegten Tümpeln, noch die folgenden Teiche in Groß-Mehßow mit einer gesamten Wasserfläche von 14,16 Hektar:

  • Großteich (86 000 m2 )
  • Langteich (18 300 m2 )
  • Mühlteich (6 600 m2 )
  • Wurzelteich (5 100 m2 )
  • Grünzelteich (4600 m2 )
  • Drehnaer-Teich (8 000 m2 )
  • Hällerteich (12 000 m2 )
  • Dorfteich (800 m2 )

Die Dorfteiche hatten früher in den Ortschaften mehrere Zwecke zu erfüllen. Sie waren eine Wasserstelle, in der man sich die Gießkanne für den Garten füllte. Vor zweihundert Jahren haben die Hausfrauen darin noch ihre Wäsche gewaschen. Wenn es im Dorf brannte, holte die Feuerwehr aus dem Dorfteich das Wasser zum Löschen. Und trotz aller wirtschaftlicher Nutzung des Dorfteiches wuchsen darin Seerosen, Teichmummeln, Bumskeulen und Schilf. Im Dorfteich gab es Frösche, über die sich der Storch auf dem Scheunendach besonders freute. Auf dem Wasser schwammen Enten und im Wasser gab es Fische. Und nicht zuletzt badeten die Kinder im Dorfteich, fingen Kaulquwappen und schauten den schillernden Libellen zu. Im Winter verwandelte sich die Wasserfläche in eine Eislaufbahn. Am Wasser, am Dorfteich war immer etwas los. Man begegnete sich, um gemeinsam etwas zu tun oder zu erleben. Viele Dorfteiche sind heute aus unserer Landschaft verschwunden. Sie wurden mit Abwässern verunreinigt, mit Unrat gefüllt und schließlich zugeschüttet. So auch der eine Dorfteich in Groß-Mehßow, der beim Bau des neuen LPG-Stalls zugeschüttet wurde.

Die Neuteiche mit den beiden Fischhälterteichen. Der zweite Neuteich befand sich bereits auf der Tugamer Gemarkung. Dieser Teichkomplex entstand erst nach 1945 und verschwand nach 2 Jahrzehnten wieder, auf Grund der Entwässerung des Tagebaus Schlabendorf-Süd.

Klein-Mehßow hatte früher 8 Teiche: die Mühlenteiche, die Schäferei-Teiche und die Heide-Teiche. Sie wurden alle ein Opfer der Grundwasserabsenkung des Braunkohlentagebaus Schlabendorf-Süd. Heute gibt es einen kleinen Dorfteich und wieder einen, den nördlichen Mühlenteich (1 030 m2) .

Die ehemaligen Heideteiche und die Schäfereiteiche in Klein-Mehßow.

Tugam hat die mit Abstand größte Wasserfläche mit 52,4 ha an Teichen und einem See in der Mehßower Landschaft zu bieten. Während der Sandteich (früher Großer Teich) und der Brasenteich (früher Scheerteich) Jahrhunderte alte Teiche sind, kamen in jüngerer Zeit (ab Mitte des 20. Jahrhunderts) die Kleinen Brasenteiche, der Drehnaer See (Anteil aus einen Grubengewässer des Braunkohlentagebaus Schlabendorf-Süd) und der Torfteich hinzu. Die Tugamer Teiche im Überblick:

  • Die Brasenteiche: Großer Brasenteich 102 200 m2 = 10,2 ha, (früher 119 000 m2 = 11,9 ha). 1. Kleiner Brasenteich 2,5 ha, 2. Kleiner Brasenteich 1 ha.
  • Sandteich 46 600 m2 = 4,66 ha  (früher 76 800 m2 = 7,68 ha).
  • Torfteich   12 200 m2 = 1,2 ha.
  • Drehnaer See 327 700 m2 = 32,7 ha (Tugamer Anteil).

Die meisten Teiche werden heute von der Teichwirtschaft Fürstlich-Drehna bewirtschaftet. Einen Hauptanteil stellt die Karpfenzucht dar, es werden aber auch Hecht, Zander u.a. Fische gezüchtet. Bemerkenswert ist die Neuansiedlung bereits ausgestorbener Wasserbewohner, wie z. B. den Deutschen Edelkrebs und den Bitterling.

(Alle Flächenangaben der Teiche beziehen sich auf die reine Wasserfläche. Anhängende Schilf- und Sumpfgebiete, die natürlich mit dazu gehören, wurden nicht berücksichtigt. Deshalb müssen sich die hier gemachten Angaben nicht mit anderen Publikationen decken.)

Die heutigen und ehemaligen Teichanlagen auf der Tugamer Feldmark. Während der Sandteich mit -30 200 m2  und der Brasenteich mit -16 800 m2 in den letzten 100 Jahren verlandeten, wurde der rot eingezeichnete Teich völlig aufgegeben. Jüngste Gewässer sind der Torfteich und der Tugamer Anteil am Grubengewässer Drehnaer See. Karte: OpenStreetMap. 

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