Crauper Graben

Während die Mehßower Landschaft reich an Teichen ist (gesamte Wasserfläche: 66,66 ha), hat sie an Wasserläufen nur kleine Bäche aufzuweisen. Die bedeutenden sind:

Schrake,

Rietzka,

Schuche.

Aber auch: Crauper Graben, Radensdorfer Graben.

 

An der Rietzka siedelte sich das Dorf Mehßow (heute Groß-Mehßow) an, die Schrake diente Schrackau und Tugam als Siedlungsstelle, an der Schuche gründete sich das Rittergut Mehßow (Gutsweiler, heute Klein-Mehßow) und schließlich entstanden am Radensdorfer Graben und am Crauper Graben einst die heutigen Dörfer Radensdorf und Craupe. Der wirtschaftlich bedeutendste Bach war letztlich jedoch die Schrake, und das nicht nur in der Mehßower Landschaft, sondern darüber hinaus.

 

Der Crauper Graben 1846. Deutlich erkennt man seinen damals längeren Verlauf in Richtung Klein-Mehßow. Karte: Preußische Uraufnahme 1846. Crauper Graben farblich hervorgehoben. Bestand LGB.

Der Crauper Graben ist heute nur 1,6 km lang und liegt größtenteils trocken. Das ist, wie auch bei der Schuche, sicherlich der derzeitigen, regelmäßig in der Erdgeschichte auftretenden klimatischen Warmphasen (Klima-Erwärmung) mit niedrigeren Niederschlägen zuzuschreiben. Der Crauper Graben entspringt (entsprang) in den Calauer eiszeitlichen Höhenlagen am Lausitzer Grenzwall. Seinen Weg nahm er durch das heutige, nördliche Craupe, wo sich einst ein Sumpfgebiet (anmoorig) befand, an dessen Süd- und Westseite das Rittergut Craupe als Gutsweiler entstand. Im weiterem Verlauf erreicht der Crauper Graben nach etwa 800 m die Mehßower Niederung und näherte sich hier der von Gollmitz kommenden Schuche an. Im einstigen Schuche-Sumpfgebiet begleitete der Crauper Graben ursprünglich die Schuche auf einer Länge von 600 m in Richtung Norden und mündete schließlich am Klein-Mehßower Werbitz in ihr (siehe Karte von 1846). Dieser von der Natur geschaffene Verlauf des Crauper Grabens gab ihm früher eine Länge von 2,5 km. Meliorationsarbeiten im 20. Jahrhundert, zur besseren Bearbeitung der Felder, verkürzten den Crauper Graben zuerst um 390 m und ließen ihn bereits 370 m südlicher in die Schuche einmünden. Im vorletzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts erfolgte eine weitere Einkürzung und Einmündung um weitere 200 m südlicher, außerdem wurden die letzten ca. 200 m verrohrt.

Der Crauper Graben. Dieser liegt heute (2019) größtenteils trocken. Lediglich im Bereich des westlichen Teiches gibt es Wasser, das diesen Teich füllt. Karte: OpenStreetMap.
Vor Jahrhunderten waren die Bachniederungen feucht und sumpfig (anmoorig). Die Karte zeigt diese Gebiete. Karte: OpenstreetMap.
Der erste Teich am Crauper Graben liegt trocken (Blickrichtung zum Ständer).
Lediglich am Ständer etwas Wasser (2019).
Der Ständer des ersten Teiches liegt im Dornröschenschlaf.
Zwischen beiden Teichen gibt es noch eine aktive, alte Quelle, …

 

 

 

 

 

 

…die zum zweiten Teich Wasser führt.
Der zweite Teich ist größer und hat Quell-Wasser.

Insgesamt ist der Wasserhaushalt am Crauper Graben bescheiden. Am Ständer vom Teich läuft nichts ab (2019).

 

Bis auf die oben genannten Wasserstellen führt der Crauper Graben nirgends Wasser – überall trockene Gräben (Gutsbereich, Park).

 

 

 

 

 

 

 

Der Crauper Graben quert die Straße von Craupe nach Klein-Mehßow und floß in die Mehßower Niederung hinab.
Die letzten 200 m läuft der Crauper Graben unterirdisch und mündet(e) unscheinbar in die Schuche.
Der Crauper Graben um 1940. Karte: Meßtischblatt Calau 4249. Preußische Landesaufnahme 1903, Reichsamt für Ladesaufnahme berichtigt 1939.