Schrackau

Schrackau liegt zum Teil im Tal des Baches Schrake (heute 6 Grundstücke) und der andere Teil der Gemeinde befindet sich auf einer mäßigen Höhe. Die Felder sind bergig, sandig und wenig fruchtbar. Daher lebten die Einwohner in den vergangenen Jahrhunderten auch ärmlich. Im 19. Jahrhundert waren sie in der gesamten Standesherrschaft Fürstlich-Drehna, zu der sie viele hundert Jahre gehörten, als starke Branntweintrinker bekannt.

Schrackau, auch Schrako, Schrakow, sorbisch Žrakow geschrieben, wird am 14. Dezember 1570 als Schragko erstmals erwähnt. Vermutlich war es eine Außensiedlung des Rittergutes Mehßow, die durch Kauf oder Heirat zum Rittergut Drehna kam. Die Gemarkungsgröße beträgt 263 ha. Seit 1838 besitzt Schrackau ein Dorfsiegel.

Schrackau ist seit Alters her ein reines Bauerndorf, das der Gutsherrschaft in Fürstlich-Drehna untertänig war. 1708 werden 7 Bauern- und 2 Gärtnergrundstücke verzeichnet – insgesamt 17 Einwohner im Alter zwischen 12 und 60 Jahren. Die Agrarreform im 19. Jahrhundert nennt 4 Ganzbauern, 6 Dreiviertelbauern und den Mühlenbesitzer. 1818 leben 64 Einwohner in 11 Häusern.

Schrackau (Unterdorf).

Die höchste Einwohnerzahl erreichte Schrackau 1871 mit 110, die dann laufend zurück ging, bis auf 71 Einwohner im Jahre 1939.  Schrackau wechselte mehrfach die Kreiszugehörigkeit: Kreis Luckau, seit 1952 Kreis Finsterwalde, dann Kreis Calau. Die Schatzung (Steuereinnahmen) beliefen sich im Jahr 1718 auf 520 Gulden.

Schrackau wurde gemeinsam mit Radensdorf am 1. Juli 1950 nach Craupe eingemeindet. In den 1970er Jahren wurde aufgrund der Planungen für den Aufschluß des Tagebaus Schabendorf-Süd in Schrackau ein Wasserwerk erbaut, das die umliegenden Dörfer mit Trinkwasser versorgt.

Schrackau Wasserwerk.

Im Ort gab es eine Wassermühle. Hier waren die Geländebedingungen und der Wasserfluß der Schrake schon recht günstig, und durch zusätzliche Anlegung eines kleinen Teiches, konnte bereits eine Mühle betrieben werden. Es ist die erste von mehreren Mühlen im Fließgebiet der Schrake. Da Schrackau mit Babben zur Standesherrschaft Fürstlich Drehna gehörte (Schrackau nur kirchlich zu Groß Mehßow), versorgte die kleine Mühle außer Schrackau auch Babben mit, obwohl Babben eine Windmühle besaß.

Der Mühle stand ein Stau von mehr als zwei Meter zur Verfügung. Das letzte oberschlächtige Wasserrad hatte einen Durchmesser von 4,20 m und wurde 1939 durch ein Hochwasser zerstört. Daraufhin wurde ein Elektromotor gekauft und als Antrieb eingesetzt. Zuletzt besaß die Mühle zwei Steingänge und einen Walzenstuhl. Sie war mit recht bescheidener Technik ausgerüstet. In ihr ist nach heutigem Wissen immer nur Mehl und Schrot hergestellt worden, eine Ölmühle und Sägewerk fehlten. 1863 ist die Mühle nach einem Großbrand völlig neu erbaut worden. Letzter Besitzer war Max Kasprick, der 1951 den Betrieb aufgab.

Schrackau (Oberdorf).

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