Erdgeschichte & Boden

 

Geologische Geschichte der Mehßower Landschaft

Die Bodenbeschaffenheit und die Form der Mehßower Landschaft, einschließlich dessen Umfeld, sind das Ergebnis der vorletzten Eiszeit (Saale-Eiszeit vor etwa 300 000 – 130 000 Jahren). Die riesige Eisschicht hobelte die Erdoberfläche regelrecht ab und schob Erdmassen vor sich her. In hiesiger Gegend kam das Eis zum Stillstand, schmolz schließlich wieder ab und hinterließ in etwa die heutige Landschaft – den Lausitzer Grenzwall mit dem Mehßower Becken.

Unter der hier im Mehßower Becken teilweise nicht sehr starken Erdschicht dieser eiszeitlichen Ablagerungen von 2 – 20 m befindet sich jedoch eine weitere über 150 m mächtige Schicht aus der voreiszeitlichen Braunkohlezeit (Tertiär). Sie beinhaltet hauptsächlich Feinsande, Schluffe und Tone, in denen mehrere  Braunkohleflöze eingelagert sind. Der sich in etwa 200 m Tiefe befindende Untergrund, auf dem das aufgetragene Erdreich aus der Braunkohlezeit und der Eiszeit lagern, wird aus noch älterem Festgestein gebildet (Lausitzer Permotriasplatte, 250 Millionen Jahre):

Das Braunkohlezeitalter

Vor über 25 Millionen Jahren gehörte die Lausitz zum Südrand einer nordwesteuropäischen Bodensenke aus Festgestein. Diese reichte vom Nordseeraum bis weit nach Polen hinein und über die Niederlausitz hinaus. Klimatisch bedingte Meeresspiegelschwankungen führten zu einer Erhöhung des Wasserstandes und damit zum Vollaufen und Überschwemmen dieses großen, tiefer gelegenen Beckens und die Ausbildung eines Meeres. Dabei brachte das Wasser, von Norden und Osten kommend Meeressande (vor allem Tonsteine, Sandsteine und Kalksteine) mit, die sich ablagerten. Aber auch Flüsse aus dem südlicher gelegenen europäischen Gebirge führten diesem Überschwemmungsgebiet Kiese und Sande zu. Sie belegen, daß Brandenburg in der geologischen Geschichte meist ein Meeresgebiet und kein Festland war. Auf Grund der Südrandlage der Niederlausitz an dieser nordwesteuropäischen Bodensenke kam es zu intensiveren, wechselnden Überschwemmungen und wieder Rückzügen des Meeres, als in den zentraleren nördlichen Meergebieten. Für diesen ständigen Wasserwechsel ist das häufige Vorkommen von weit ausgedehnten Kohleflözen, die üblicherweise in Küstensümpfen entstehen, charakteristisch.

Die Vegetation versank also im Wasser, es entstanden riesige Moore und der Kohlebildungsprozeß setzte ein. Auf den erneut darüber abgelagerten Sanden bildete sich wieder eine Vegetation, die abermals überflutet wurde. So entstand eine geologische Schichtung mit den Lausitzer Kohleflözen (1. – 4. Lausitzer Flözhorizont, Flöz Calau) und den dazwischen abgelagerten Meeres-Sanden (Rupel-Folge, Cottbuser Folge, Briesker Folge), sowie den südlichen Gebirgs-Sanden und Tone (Spremberger Folge und Raunower Folge).

Abweichend zur Normalausbildung der sonst üblichen oberen Erdschicht im weiterem Umfeld ist in unserer Region eine mächtige wasserundurchlässige Feinsand-Schluff-Erdschicht (verallgemeinert hier: Tonschicht, Tonplatte) in der Mehßower Hochebene (Tannenbusch und Teichlandschaft) vorhanden. Auch Groß-Mehßow liegt überwiegend über der Tonplatte, bis sie am östlichen Ortsausgang dann ausläuft. Nördlich der Teichanlage geht sie in Richtung Tugamer Feldmark weiter und ist im Bereich der Koppitzka-Höhen unterbrochen. Hier liegt eine weitläufige, eiszeitliche Störung vor – das Erdreich ist samt Braunkohlenflöz durch den Schub und Druck der Eismassen teilweise steilgestellt oder aufgefaltet worden (Crinitzer Störung). Die Tonplatte ist unterschiedlicher Natur. Sie kann sich als tonhaltiger oder auch mit zwischen-gelagerten Feinsanden im Wechsel zeigen.

Für die wirtschaftliche Entwicklung der Lausitz von erstrangiger Bedeutung war hauptsächlich das etwa 16 Millionen Jahre alte 2. Lausitzer Braunkohlenflöz , das in der Mehßower Landschaft noch in 26 – 49 m Tiefe lagert und z. B. zwischen Radensdorf und Craupe eine Stärke von 0,4 – 6,8 m aufweist. Dieses 2. Lausitzer Kohleflöz bildete sich in einer markanten, kurzzeitigen Rückzugsphase des Meeres, wodurch ein riesiges Moorgebiet entstand, das von Polen bis teilweise nach Dänemark reichte. In den Randbereichen der nordwesteuropäischen Bodensenke bildete sich ein größtenteils einheitlicher 10 – 12 m starker Kohleflözkörper. Stärkstes Kohleflöz ist allerdings das darunter liegende 3. Lausitzer Kohleflöz mit einer Stärke von bis zu 50 m.

Eine erneute Überflutung dieses Südrandes der nordwest-europäischen Bodensenke beendete die Kohlebildung des 2. Lausitzer Flözes und es kam zu wiederholten Aufschüttungen von Sanden. Aber auch Einschüttungen von Flußschotter und Sanden aus Böhmen und Sachsen erfolgten. Der alte Elbverlauf über Senftenberg und Calau brachte diese Sande und das Grobgestein in unsere Gegend und lagerte es ab. So konnten Elbe-Kiessande auf der Calauer voreiszeitlichen Hochfläche bei Buchwäldchen und Plieskendorf nachgewiesen werden, außerdem Achate auf dem Groß-Mehßower Weißberg. Schließlich hat sich zuoberst noch das 1. Lausitzer Kohleflöz gebildet, das aber teilweise durch das Planieren und Ablagern der nachfolgenden Eiszeit gestört ist.

Eine im Tannenbusch Groß-Mehßow gemachte Tiefenbohrung verdeutlicht die beschriebene Erdschichtung. Planungsbüro für Landschafts- und Tierökologie Wolf Lederer, Zwenkau.

Der alte Elbverlauf in einer historischen Darstellung von Dr. Kurt Genieser. Aus: Führer zur Geologie von Berlin und Brandenburg – Nr. 3 Lübbenau/Calau. Geowissenschaftler in Berlin und Brandenburg e. V.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Eiszeitalter

Vor etwa 2,5 Millionen Jahren kam es zu einer weltweiten, bedeutenden Abkühlung und zu einem mehrfachen Wechsel von Kalt- und Warmzeiten – das Eiszeitalter begann. Niederschläge in Form von Schnee führten in Skandinavien zur Inlandseisbildung. Die riesigen Eismassen (Gletscher) schoben sich nun südwärts bis zu unseren Mittelgebirgen und bedeckten weite Teile des nördlichen Mitteleuropas mit einer meterhohen Decke. Man schätzt, daß die Eisdecke über der Ostsee 4 000 m und in der Lausitz 400 – 1000 m stark war. Das Eis hobelte die Erdoberfläche regelrecht ab und nahm die eingefrorenen Erdmassen mit sich bzw. schob sie vor sich her.

Das eigentliche Eiszeitalter begann vor etwa 600 000 Jahren mit dem ersten großen skandinavischen Gletschervorstoß der Elster-Kaltzeit, der weit über unser Gebiet hinaus bis in die südliche Oberlausitz hineinreichte und südlich von Zittau auch böhmisches Gebiet berührte. In der nachfolgenden Warmzeit, vor etwa 500 000 Jahren, taute das Eis bis zu den skandinavischen Gebirgen zurück. Die Niederlausitz wurde durch wieder aktive Flüsse größtenteils nivelliert und es kam zu Flußsandablagerungen.

Die Groß-Mehßower Berge. Karte: OpenStreetMap.
Die Mehßower Landschaft wird U-förmig vom Lausitzer Grenzwall umschlossen (Mehßower Becken). Kartengrundlage: OpenStreetMap.

Die nächste große Eiszeit, die Saale-Kaltzeit, begann vor etwa 480 000 Jahren und dauerte bis etwa 128 000 Jahren. Die skandinavischen Eisgletscher stießen mehrmals bis in unser Gebiet vor und zwischengelagerte Warmzeiten ließen das Eis immer wieder bis in den skandinavischen Raum zurückschmelzen. Der erste Eisvorstoß erreichte noch einmal fast die Ausdehnung der vorigen Elster-Kaltzeit. In erneuten Eisvorstößen (Lausitz-Kaltzeit) wurde schließlich unsere Region landschaftlich geformt. Zwischen 128 000 bis 115 000 Jahren vor heute herrschte wieder eine Warmzeit und die Gletscher schmolzen zurück. In der letzten Eiszeit (Weichsel-Eiszeit vor 115 000 – 10 000 Jahren) erreichten uns die Gletscher nicht mehr, sie kamen weiter nördlich zum Stillstand und hatten keinen Einfluß auf unsere geographische Gestalt.

Nach dem Abtauen der Eisschicht blieben Sand und Geröll (Findlingssteine, Geschiebemergel, Schmelzwassersande und -kiese, Schluffe und Tone) liegen. Diese neu aufgetragene Erdschicht der Eiszeit erreichte Höhen bis zu 150 m. Die Braunkohle verschwand dadurch in größere Tiefen und mußte deshalb so aufwendig im Tagebau abgebaut werden.

Diese beiden Epochen, das Braunkohlezeitalter und das Eiszeitalter, hatten zusammen genommen in einem Zeitraum von über 20 Millionen Jahren in der Mitte der Niederlausitz 150 – 250 m hohe Erdmassen im Gelände aufgeschüttet. Aufgeschüttet auf die ursprüngliche Festgesteinsoberfläche, die im Grenzgebiet zu Sachsen dann rasch ansteigt (als Randlage der nordwesteuropäischen Bodensenke zum mitteleuropäischem Gebirge) und teilweise heute noch als Bergkuppen ans Tageslicht tritt, in Form des Koschenbergs bei Senftenberg, des Rothsteiner Felsen bei Bad Liebenwerda oder des ehemaligen Steinbruchs bei Fischwasser.

Die unmittelbare Oberflächenform des Mehßower Beckens und des Lausitzer Grenzwalls ist also im wesentlichen in der mittleren Eiszeit (hier in der Saale-III-Vereisung oder Lausitz-Kaltzeit vor 230 000 – 128 000 Jahren) geformt worden. Die Gletschermassen mit einer Höhe von fast 1000 m  kamen durch die Aufschüttung von Erdmassen im Raum Wüstermarke, Walddrehna, Weißack, Gahro, Crinitz, Groß-Mehßow, Werchow, Drebkau bis Sorau zum Stillstand und hinterließen hier als ehemalige Eisrandlage die Endmoräne, den Lausitzer Grenzwall mit Höhenlagen zwischen 100 m und 229 m über NN. Dazu zählen die Berge, Wachtberg in der Rochauer Heide 158 m, der Brautberg bei Gollmitz 158 m, der Kesselberg bei Cabel 160 m und als höchster Berg der Rückenberg bei Sorau mit 227 m.

Bei näherer Betrachtung fällt auf, daß es sich bei der Endmoräne in unserem Gebiet um zwei Endmoränen bzw. zwei Staffeln handelt, das Eis also zu einem späteren Zeitpunkt nochmals fast so weit wie beim ersten mal vordrang. Die erste und ältere Staffel verläuft von Bronkow aus südlich an Babben und nordöstlich an Kleinbahren vorbei in Richtung Weißack-Gehren-Walddrehna.

Die zweite, jüngere Staffel kommt von etwa Settinchen und verläuft über Gollmitz-Schrackau-Babben bis zum zentralen Endmoränengebiet Crinitz/Gahro. Bei Weißack treffen beide Staffeln dann zusammen. Im Raum Bronkow und zwischen Babben-Gahro sind die Endmoränenkuppeln der ersten Staffel teilweise vom Sander der zweiten Staffel überschüttet worden.

Zwei Endmoränenzüge zeugen vom zweimaligen Vordringen des Inlandeises. Die letzte Eisschicht (rote Linie) erreichte nicht mehr den Bereich der früheren Eisrandlage (blaue Linie). Karte: OpenStreetMap.

Neben den landschaftsformenden Gebieten Luckauer Becken und Lausitzer Grenzwall, ist für die Mehßower Landschaft noch die unterhalb der Mehßower Niederung liegende und unsichtbare Mehßow-Beuchower Rinne für das Grundwasser von Bedeutung. Diese Rinne, von der es andern Ortes weitere gibt, ist ein Ergebnis der Eiszeit. Die braunkohlezeitliche Schichtenfolge wurde durch tief einschneidende Rinnen gestört, der Flözkörper des 1. und 2. Lausitzer Kohleflözes ausgeräumt und in einzelne Kohlefelder zerlegt. Im weiteren Verlauf der Eiszeit erfolgte eine erneute Auffüllung der Rinnen mit Sand. Sie sind heute wichtige Grundwasserleiter.

Im Mehßower Becken haben sich mehrere sandige Hochflächeninseln herausmodelliert, wie z. B. der Weinberg, Groschkenberg, Weißberg, Schulmeisterberg, Koppitzka, u. a. Auch das Dorf Groß-Mehßow liegt auf einem kaum erkennbaren Geländerücken, der in Verbindung mit dem nahegelegenen und parallel verlaufenden Bach Rietzka ausschlaggebend für die Anlegung des Dorfes an eben genau dieser Stelle im 13. Jahrhundert war.

Aussehen der Mehßower Landschaft nach der Eiszeit – am Beispiel dieser Tundravegetation in Rußland. Большеземельская тундра в районе Воркуты осенью. фото: АПЛ. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bolshezemelskaja_tundra_1.JPG.

Auch Sanddünen (ehemalige Wanderdünen?) finden sich. Diese Binnendünen entstanden nach dem Ende der Eiszeit. Da es nur eine lückenhafte, tundraartige Vegetation gab, hatte der Wind leichtes Spiel. Feinkörniger Sand wurde vom Wind erfaßt, oft kilometerweit verfrachtet und an anderer Stelle abgelagert. Durch die sortierende Wirkung des Windes (Feinsand wird schneller transportiert als Grobsand) entstanden Flugsandflächen und Dünen. Bei starken Winden konnten die Dünen auch wandern.

Sind die oben erwähnten Groß-Mehßower Berge (Höhen) teilweise vielleicht auch ehemalige Binnendünen? Denn auf dem Weinberg, Weißberg, Karnickelberg und einem Berg zwischen Radensdorf und Schrackau finden sich auch Feinsande. Der Weißberg zeigt in geringer Tiefe (ehemalige Sandgrube) aber auch 2,5 – 5 Millionen Jahre alte Kiese und Kieselschiefer, vereinzelt sogar Achate. (Achat hat eine charakteristische Bänderstruktur aus verschiedenfarbigen Lagen in paralleler oder konzentrischer Anordnung sowie in Kombination beider Bänderstrukturen). All das sind Kennzeichen der Leitgerölle eines älteren Elblaufes, der Senftenberger Elbe. Die Leitgerölle sind südlichen Ursprungs aus Böhmen und nicht nordisches Geschiebe (Eiszeit).

Die klimatischen Verhältnisse in der Mehßower Landschaft

Die klimatischen Verhältnisse in der Niederlausitz sind als Übergang vom niederschlagsreichen Seeklima mit ausgeglichenen Temperaturen zum trocknen, an Extremen reichen Landklima zu sehen. So leben wir in einer klimatisch ruhigen Zone, bleiben uns doch viele Wetterunbilden erspart, denkt man an die Orkane und starken Regenfälle in West- und Norddeutschland, oder die Hitze- und Kältewellen in Osteuropa.

Nach dem Klimaatlas der DDR (Meteorologischer und Hydrologischer Dienst der DDR 1953) gehört unser Gebiet zum Klimabezirk des ostdeutschen Binnenlandklimas. Dabei handelt es sich um ein leicht kontinentales Westwindklima. Neben vorherrschenden Westwinden (40 %) gibt es einen hohen Anteil von Süd- und Ostwinden (22 % und 27 %).

Mit einer Niederschlagsmenge unter 600 mm pro Jahr zählt das Gebiet zu den niederschlagsarmen Regionen Deutschlands. 2018 war ein sehr trockenes Jahr mit 391 mm (Doberlug-Kirchhain) Niederschlag und 1930 mit 756 mm (Luckau) ein sehr nasses Jahr. Die Verdunstung liegt bei 448 mm pro Jahr.

Auf Grund der Tal-Lage (Mehßower Becken) der Mehßower Landschaft gibt es bei bestimmten Wetterlagen zeitweilige Abweichungen des örtlichen Klimas (Mikroklima). Hier spielen der Erdboden mit seinen verschiedenen Eigenschaften und die Bodenbedeckung eine wesentliche Rolle. So zeigen die Teichlandschaft und der Tannenbusch in Groß-Mehßow ein feucht-kühles Lokalklima. Durch den Gewässerreichtum und den ausgedehnten Naßböden, die temperaturdämpfend wirken, kommt es zur verstärkten Nebelbildung und auch Spätfröste im Frühjahr sind nicht selten.

Der geschlossene Baumbestand der Mehßower Hochebene verursacht ein typisches Waldklima. Das Kronendach der Bäume bremst die Sonneneinstrahlung für den Boden bis zu 95 % (je nach Baumart), was den vertikalen Luftaustausch beeinflußt und zu einem Stockwerksaufbau verschiedener Mikroklimate führt. Ist der Tagestemperaturverlauf an der Bodenoberfläche gering, so ist er in den Baumkronen ausgeprägt. Im Wald herrscht eine gleichförmige, geringe Windgeschwindigkeit, da die Luftströmung in den Baumkronen weitgehend abgebremst wird. Auf Waldlichtungen kann es in der Nacht zu einem stärkeren Absinken der Temperatur kommen, als in den Baumbeständen selbst.

In der nach Osten zu offenen Landschaft der Mehßower Niederung ist das Mikroklima von der Vegetation abhängig. Sandäcker ohne Bewuchs können sich am Tage durch die Sonneneinstrahlung stark aufheizen. Auf Grund der geringen Wärmeleitfähigkeit von Böden mit einem hohen Porenvolumen dringt die Temperatur nur bis zu etwa 0,5 m in den Boden ein. Durch Bodenbearbeitung wird die Wärmeleitfähigkeit der Böden noch weiter verringert. Eine verstärkte nächtliche Abkühlung führt somit zu großen Tagestemperaturunterschieden.

Trägt der Boden Vegetation, ändert sich das Bild nochmals: Jetzt erreicht nur ein Teil der Luft- und Sonnenwärme den Boden, sodaß eine wesentlich geringere Erwärmung des Bodens erfolgt. Das Gleiche gilt für die Abstrahlung in der Nacht, da die Bodenoberfläche zuerst mit den Pflanzen sich im Austausch befindet. Dadurch ist der Tagestemperaturunterschied geringer, im Vergleich zu unbewachsenem Boden.

Die Geschichte unserer Kulturlandschaft

Die nahe Lage zum sandigen Lausitzer Grenzwall mit den ihm unmittelbar vorgelagerten feuchten und sumpfig-moorigen Beckenniederungen führte zu einer wiederholt siedlungsabweisenden und unbesiedelten Zeit in der Geschichte der Mehßower Landschaft. In trockenen Jahren ist auf den kargen, sandigen Dünen kaum mit landwirtschaftlichen Erträgen zu rechnen, hingegen mehr in den feuchteren Niederungen. Nasse Jahre kehren das Bild dann um. In Zeiten niedriger Bevölkerungszahlen in der Niederlausitz blieb also die Mehßower Landschaft größtenteils unbesiedelt, man wendete sich lieber fruchtbareren Böden zu, wie z. B. dem nördlich gelegenem Luckau-Calauer Becken.

Vor über 3000 Jahren, in der Zeit der Lausitzer Kultur (1300 – 400 v.u.Z.) mit einer höheren Bevölkerungsdichte, war nachweislich dann auch die Mehßower Landschaft besiedelt worden. Mehrere Urnenfriedhöfe weisen darauf hin und es ist der älteste Nachweis menschlicher Tätigkeit in unserem Raum. Nach dem Niedergang dieser Bevölkerungsgruppe, zum Ende des 1. Jahrtausends vor Christus, kommen zwar die Germanen in die Niederlausitz – die Mehßower Landschaft wird aber nicht besiedelt, zumindest fehlen bisher archäologische Bodenfunde. Offensichtlich standen den Germanen die ungünstigen Bodenverhältnisse am Nordrand des Lausitzer Grenzwalls nicht an. Ebenso machten auch die um 700 in die Niederlausitz einwandernden Slawen anfangs einen Bogen um unser Gebiet.

Erst aus der Zeit um 1000 finden sich im Boden auf dem Groschkenberg in Groß-Mehßow ein paar slawische Spuren, die auf eine kleine Besiedlung oder auch nur Begehung hinweisen. Seit der Deutschen Ostkolonisation, hier hauptsächlich im 13. Jahrhundert, ist die Mehßower Landschaft dann schließlich durchgängig in menschlicher Hand und Kultur, bis in heutiger Zeit.

Der Wald war Jahrhunderte lang der Diener des Menschen, dem man nichts schuldig war und demzufolge nichts zu geben brauchte. Brenn- und Bauholzlieferant, in trockenen Jahren Futterlieferant an Laub und Bodengrün für die Weidung, außerdem Nadelstreugeber zum Einstreuen der Viehställe. Die ursprünglichen Mischwälder aus Buche, Eiche und Kiefer verschwanden im 19. Jahrhundert durch eine aufkommende Holzindustrie, die zum verstärkten Anbau von Kiefer, Birke und Fichte führte. So entwickelten sich die uns heute bekannten monotonen Kiefernforsten der Niederlausitz.

Christian Gottlieb Schmidt bereiste im 18. Jahrhundert die Niederlausitz und vermerkte in seinem Buch „Briefe über die Niederlausitz“, Kühne-Verlag, Wittenberg, 1789: Rauhe, mit finsteren Heyden bedeckte Gegenden um Luckau, langweilige traurige Wege, elendere Gegenden, trostloser Heyden und Sümpfe, armseligere Dörfer und Landsleute sah ich nie als hier, ein grundloses Sandmeer, Überschwemmungen verseuchten die Niederungen…

Das meiste Landvolk ist so unwissend und störrisch, als sein Boden sandig und unfruchtbar, muß etwas strenge gehalten werden, wenn es gut thun soll, und trägt auf diese Art das Gepräge seiner sclavischen Abkunft, da es meistens Leibeigene und bis an die Neiße Wenden sind. Doch sind sie stark, ausdauernd, mithin gute Soldaten, und arbeitsam, auch trift man unter ihnen, besonders unter den Einwohnern des Spreewalds, viel gutgesinnte Leute an, die mit einer Art von Herzlichkeit an einem hangen, wenn man sich einmal ihr Zutrauen erworben hat…

Sand und Sumpf, sowie Ton galten einst als Charakteristikum der Niederlausitz. Nach einer Statistik aus dem Jahre 1905 bedeckt der Sand 64 % der Landoberfläche:

Der Sandboden herrscht … in allen Kreisen vor, am wenigsten in Sorau, am stärksten in Lübben. Sandiger Lehm und lehmiger Sand findet sich am meisten in Sorau und Spremberg, am wenigsten in Lübben und Guben. An Moorboden sind Luckau und Lübben am reichsten, an Lehm- und Tonboden Guben.  (Freytag-Roitz: Die Entwicklung der Landwirtschaft in der NL seit ihrer Zugehörigkeit zum Hause Hohenzollern 1815-1900. Berlin 1900.)

Der ungefähre Verlauf der Mehßow-Beuchower Rinne. Karte: OpenStreetMap.

 

Die hydrologischen Verhältnisse in der Mehßower Landschaft

Wie oben in der geologischen Geschichte bereits beschrieben, befindet sich in geringer Tiefe eine wasserundurchlässige Tonschicht. Diese Tonplatte ist das Ergebnis des Braunkohlezeitalters (Tertiär) und sie zog sich einst durch das gesamte Mehßower Becken. Im nachfolgenden Eiszeitalter schnitt sich durch Eis und Wasser bedingt zuerst eine tiefe Rinne bis unter dem 2. Lausitzer Kohleflöz, die dann im weiteren Eiszeitverlauf mit Grobsanden und Feinkiesen als Flußablagerungen (Schmelzwasser) wieder aufgefüllt wurde. Die Geologen nennen sie die Mehßow-Beuchower Rinne. Dadurch wurde nicht nur die Tonschicht, sondern auch das 2. Lausitzer Kohleflöz zerstört. Allerdings stellt die Rinnenstruktur auch einen sehr guten Grundwasserleiter dar, auf Grund seines Grob- bis Feinsandgehaltes. Bei einem NNO-SSW-Verlauf von etwa 18 km und einer relativ konstanten Breite von 600 – 1000 m verbindet die Mehßow-Beuchower Rinne die Lübben-Burg-Cottbus-Peitz-Gubener Hauptrinne mit der Dahme-Sonnewalder Rinne. Genaue Aussagen zum Rinnenverlauf sind allerdings auf Grund des geringen Kenntnisstandes nur für wenige Bereiche möglich.

Geologischer Schnitt durch die Mehßower Landschaft und die Mehßow-Beuchower Rinne. Karte: OpenStreetMap.

Geologisch und vom Wasserhaushalt her gesehen ist die Mehßower Landschaft also unmerklich zweigeteilt:

  1. Die Grundwasserentstehung für die Mehßower Landschaft spielt sich in den Hochlagen des Lausitzer Grenzwalls, konkret, in den Babbener Bergen ab. Die Niederschläge auf dem Lausitzer Grenzwall bei Babben fließen zum Teil als Oberflächenwasser auf der leicht von Südwest nach Nordost geneigten Tonschicht flach unterirdisch in Richtung Groß-Mehßow ab. Dabei werden der Tannenbusch, die Teichlandschaft und der Ort mit Wasser versorgt. Am östlichen Ortsausgang erreicht das Oberflächenwasser die Mehßow-Beuchower Rinne mit der zerstörten Tonschicht und kommt jetzt erst mit dem hier anstehenden tieferen Grundwasser in Berührung bzw. versickerte vollständig (bei niedrigem Grundwasserspiegel in der Zeit des Tagebaubetriebes Schlabendorf-Süd).

 

  1. Das Grundwasser unterhalb der Tonschicht wird ebenfalls in den Hochlagen der Babbener Berge gebildet. Begünstigt durch den weiträumig vorhandenen sandigen Boden des Lausitzer Grenzwalls versickern die Niederschläge recht schnell. Ein Teil erreicht die Tonplatte und fließt, wie oben bereits beschrieben, entsprechend ab und der andere Teil versickert tiefer, in den eigentlichen Grundwasserspeicher unserer Region. Dieser Grundwasserspeicher, von den Fachleuten als Grundwasserleiter GWL 400 bezeichnet, „liegt“ auf dem 2. Lausitzer Kohleflöz auf, das mit einer darunter befindlichen mächtigen Tonschicht das Grundwasser hält, aber auch keine Verbindung zu tieferen Wasserschichten ermöglicht. Die generelle Fließrichtung geht von West nach Ost. Die Druckhöhe des Grundwassers liegt im Tannenbusch Groß-Mehßow über der Tonplatte, sodaß die Grundwasserschicht zwar gegen die Tonplatte drückt, aber nicht hindurch kommt und daher für die Wasserversorgung unrelevant ist. Allerdings würde der Grundwasserstand ohne Tonplatte nicht die Wurzeln der Vegetation erreichen.

Anders in der Mehßower Niederung. Hier fehlt die Tonplatte über der Mehßow-Beuchower Rinne zwar, aber durch die niedrigere Geländelage drückt das Grundwasser dieses tiefen Grundwasserleiters soweit nach oben, daß es stellenweise die Vegetationswurzeln erreicht und in nassen Zeiten sogar noch höher ansteigen kann. Moor- und Sumpfgebiete waren und sind die Folge.

Insgesamt ergibt sich an der Erdoberfläche in vielen Bereichen der Mehßower Landschaft ein einheitliches hydrologisches Bild einer nassen und quellreichen Gegend. Und doch gibt es unterschiedliche Ursachen dieser Feuchtgebiete. Jahrhunderte lang galt die quell- und wasserreiche Mehßower Landschaft als sehr feucht, sumpfig, moorig  und dementsprechend als Siedlungsabweisend. Ursache ist die Grundwasserneubildung auf den Höhen des Lausitzer Grenzwalls, das Wasser in westlicher Richtung abfließt und im Mehßower Becken an die Oberfläche drückt. Nicht nur im Tannenbusch, sondern auch um die über der Mehßow-Beuchower Rinne fließenden Bäche Schrake und Schuche, sowie an den zahlreichen Quellwiesen und Bruchwäldern bildeten sich Anmoore, humose Feinsande und Flachmoortorf. Hauptentwässerungsleiter (Vorfluter) ist die Schrake, die von Babben kommend durch die Babbener Rinne nach Schrackau fließt, dann nördlich einschwenkt und östlich an Groß-Mehßow vorbei ihren Weg nach Tugam nimmt. Hier verläßt sie die Mehßower Landschaft in Richtung Mallenchen (in der Vorbergbauzeit Richtung Gliechow). Die Schrake entwässert ihre gesamte Westuferseite der Mehßower Landschaft über mehrere Zubringer. Hauptzubringer ist die Rietzka (Hauptarm und Nordumfluter), die gemeinsam mit dem Schloßgraben die Teichlandschaft Groß-Mehßow entwässert. Dieses Schrake-Tal der Babbener Rinne, das sich zwischen Babben und Schrackau in den Lausitzer Grenzwall eingeschnitten hat, ist in diesem Bereich ein weiteres dominierendes Landschaftselement (Ursulagrund). Meliorationsarbeiten zum Ende des 19. Jahrhunderts und während der DDR-Zeit (1979/81) entschärften die teilweise kritische Wassersituation etwas.

Prinzip der Grundwasserneubildung und –absenkung (Tagebau Schlabendorf-Süd) in der südwestlichen Mehßower Landschaft (Gemarkung Groß-Mehßow).
Die geologischen und hydrologischen Verhältnisse in der Mehßower Landschaft.

 

 

 

 

 

 

Die geologischen und hydrologischen Verhältnisse in der Mehßower Landschaft mit dem Tagebau Schlabendorf-Süd.

 

 

 

 

 

Diese geologisch-hydrologische Zweiteilung wurde erstmals offensichtlich, als der Grundwasserspiegel für den Betrieb des Tagebaus Schlabendorf-Süd im Nordwesten der Mehßower Landschaft abgesenkt werden mußte. Jetzt fiel der Osten der Mehßower Landschaft über der Mehßow-Beuchower Rinne plötzlich trocken.

Eine Quelle sprudelte hier früher aus der Anhöhe in die im Vordergrund fließende Rietzka. Vor etwa 100 Jahren hatten zwei Grundstückseigentümer die Idee einen gemeinschaftlichen Brunnen anzulegen. Sie erwarben ein großes Tonrohr (vermutlich aus Crinitz, der damaligen Töpferhochburg) und legten diesen, immer noch aktiven Brunnen an. Von den Grundwasserabsenkungen während des Bergbaubetriebes (1977/91) zeigte sich dieser Brunnen in Groß-Mehßow unbeeindruckt. Das Trinkwasser ist zwar Eisenhaltung, aber hart und sehr schmackhaft. Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts war der Brunnen in täglicher Nutzung.

Auch im Westen fiel der Grundwasserspiegel, aber die Tonplatte wirkte wie eine Wanne und versorgte weiterhin ihr Gebiet mit dem Oberflächenwasser. Allerdings ging, besonders im Dorf selbst, der Oberflächenwasserspiegel auch zurück, weil das Wasser beim Eintreffen in der Mehßow-Beuchower Rinne nicht mehr auf den Gegendruck des dort anstehenden Grundwassers traf und nun in der ausgetrockneten Rinne schnell versickerte. Die nun schnellere Fließgeschwindigkeit führte ebenfalls zu einer Grundwasserspiegelabsenkung. Tiefere Brunnen in Groß-Mehßow, die durch die Tonplatte hindurch das unterhalb von ihr liegende Grundwasser (GWL 400) zapften, fielen natürlich trocken. Brunnen, die das weiterhin anstehende Oberflächenwasser der Tonplatte nutzten, lieferten weiterhin Wasser.

Der Tagebau Schlabendorf-Süd mit der für seinen Betrieb notwendigen Grundwasserabsenkung hatte unterschiedlichen Einfluß auf die Mehßower Landschaft. Mit der 1979 erfolgten Inbetriebsetzung der Filterbrunnen bei Tugam begannen die Grundwasserpegel regional unterschiedlich zu fallen. Neben einer Tiefenbohrung (1990) im Tannenbusch zur Erkundung der geologischen Verhältnisse, wurden in Vorbereitung des Neuaufschlusses des Tagebaus Schlabendorf-Süd bereits 1968 sechs Brunnen auf der Groß-Mehßower Gemarkung und ein Brunnen auf der Babbener Gemarkung gebohrt und angelegt. Sie dienten und dienen als Meßstellen zur Grundwasserbeobachtung.

Die Lage der Grundwasserbeobachtungsbrunnen (Pegelmeßstellen) auf der Gemarkung Groß-Mehßow.
Die Nr. 68 zeigt den Standort der 1990 durchgeführten Tiefbohrung. Karte: OpenStreetMap.

Quelle: LMBV.

Der Tagebau Schlabendorf-Süd befand sich bekanntermaßen im Norden von Groß-Mehßow und damit waren die Pegel 5 und 27 mit 3,1 km am weitesten von den Grundwasserabsenkungs-Brunnen entfernt. Trotzdem ging der Grundwasserspiegel um 3 – 5 m zurück. In der Ortslage Groß-Mehßow zeichnen die Pegel 11 und 12 den Grundwasserstand. Der Pegel 12, in der Nähe des Großteiches, zeigte beim Vorbeischwenken des Tagebaus lediglich eine geringe Absenkung (-2 m).

Dagegen reagierte der Pegel an der Meßstelle 11 heftig (-5 m). Hier befindet sich schon der Übergangsbereich zur Mehßow-Beuchower Rinne und die Wasser haltende Tonplatte verliert langsam an Wirkung. Der Wiederanstieg des Grundwassers in beiden Pegeln stimmte zeitlich mit der Schrittweisen Außerbetriebsetzung der Filterbrunnen im Südbereich des ehemaligen Tagebaus überein. 1992 lag das Minus bei Pegel 12 nur noch bei -1,23 m und bei Pegel 11 bei -3,04 m.

Die deutlichsten Auswirkungen des Bergbaus auf die Grundwasserverhältnisse des Gebietes Groß-Mehßow zeigte der Pegel 33. Er befindet sich nördlich von Radensdorf unmittelbar in der von Grob- und Mittelsanden ausgebildeten Mechßow-Beuchower Rinne. Im Vergleich zu 1977 (Vor- Bergbauzeit) war 1984 das Grundwasser um -9,15 m gefallen und 1992 betrug das Defizit noch -4,61 m.

Alle ansonsten separaten Grundwasserschichten (GWL) gerieten nach Erreichen der grob- bis mittelsandigen Mehßow-Beuchower Rinne in den Einflußbereich der Grundwasserabsenkung des Tagebaus. Von 1977 bis 1984 wurde hier im Bereich Tugam-Drehna bis zum Köhleflöz entwässert und die darunter liegende Wasserschicht drucklos (aufstiegslos) gehalten. Nach dem Ende des Tagebaus 1991 und dem Abschalten eines Großteils der Entwässerungsbrunnen vollzog sich der Wasseranstieg seit 1992 recht langsam. Eine Ursache war die wie ein Schwamm wirkende Sandkippe des ehemaligen Tagebaus. Sie zog das der Mehßow-Beuchower Rinne zufließende Wasser nach Norden ab.

Äußeres Kennzeichen der gesamten Grundwasserabsenkung waren die trockenen Fließe und abgestorbenen Erlenbestände. Die sandige Mehßow-Beuchower Rinne begünstigte diese negativen Auswirkungen des Braunkohlenbergbaus nochmals. Dank der weiträumig ausgebildeten oberflächennahen Tonplatte war die Mehßower Hochebene mit dem Tannenbusch und der Teichlandschaft selbst von dieser Grundwasserabsenkung nicht betroffen. Nur über eine Erhöhung der Abflußmenge, infolge der Absenkung des Grundwassers in der Mehßow-Beuchower Rinne, könnte es zu einer Erhöhung der Fließgeschwindigkeit gekommen sein.

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Frage des Einflusses vom Wasserwerk Schrackau auf die Mehßower Landschaft. Es nahm im Jahre 1966 mit einem 60 und 105 m Filterbrunnen die Förderung von Trinkwasser auf. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Ruhewasserspiegel 12 m unter dem Gelände, nach Anfahren der Brunnen sank er auf 15 m ab. Wenig später nutzte man nur noch den tieferen der beiden Brunnen. Im Jahre 1977 wurden zwei weitere Filterbrunnen gebohrt. Sie sind 95 und 113 m tief und reichen bis fast auf den Grund der Mehßow-Beuchower Rinne.

Das Grundwassereinzugsgebiet des Wasserwerkes Schrackau. Karte: OpenStreetMap.

Bis 1990 förderte das Wasserwerk täglich durchschnittlich 800 – 1400 m³ Rohwasser. Die maximale Leistungsfähigkeit beträgt 3000 m³ täglich. Durch die Erhöhung des Wasserpreises nach der Wende (1990) ging der Wasserverbrauch im Versorgungsgebiet auf 450 m³ pro Tag zurück. Der Wasserspiegel in den Brunnen betrug 1992 18 m unter dem Gelände. Durch Pumpversuche über einen Zeitraum von 200 Stunden und Pegelmessungen im Umfeld des Wasserwerkes wurde durch den Betreiber ermittelt, daß das etwa 12 km² große Einzugsgebiet des Wasserwerkes vor allem nach Süden bis fast zur Kleinen Elster reicht, während die Zuflüsse aus West-Nord-Ost gering sind. Von den etwa 5000 m³ täglicher Wasserneubildung wurden bis 1990 nur 22 % genutzt, 1992 nur 9 %. Somit besteht kein Grund zur Annahme, daß das Wasserwerk Schrackau die Mehßower Landschaft negativ beeinflußt.

Der arme Sandboden des Lausitzer Grenzwalls läßt das Niederschlagswasser gut versickern.
Physische Karte. Die Mehßower Hochebene als Ausläufer des westlich und südlich gelegenen Lausitzer Grenzwalls. Kartengrundlage: OpenStreetMap.