Naturschutzgebiet

NSG Tannenbusch und Teichlandschaft Groß-Mehßow

                                                                                        Fotos und Gestaltung: Detlef Voigt.

Eine Besonderheit in der Mehßower Landschaft stellt das Naturschutzgebiet Tannenbusch und Teichlandschaft Groß-Mehßow dar. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um ein Waldgebiet und einem angrenzenden Teich-Ensemble in der Mehßower Hochebene.

Als Hinterlassenschaft des Kupferwasserwerkes im westlichen Groß-Mehßow des 16./17. Jahrhunderts entstanden Bodensenken, die man durch Flutung zur Anlegung von Teichen zur Fischzucht nutzte. Schließlich wurde im 18. Jahrhundert eine große Nachtweide geflutet – der große Teich (Großteich) entstand. Die Fischzucht schien damals für die Gutsherrschaft sehr einträglich gewesen zu sein und dazu paßten auch die günstigen Geländebedingungen mit einer riesigen Tonschicht im Erdreich, die das Wasser hält und nicht versickern läßt. Zahlreiche Quellen taten ihr übriges.

Foto: Detlef Voigt.

Bis zur Auflösung der Gutsherrschaft im Jahre 1945 durch Enteignung wurden die Teichanlagen nicht nur bewirtschaftet, sondern auch gepflegt. Das sah bei den neuen Besitzern anders aus. Man lebte von der Substanz, betrieb intensive Fischzucht und das Umfeld verluderte. Über letzteres freute sich die Natur. Sie konnte sich ungestört entfalten – die heute typische Groß-Mehßower Teichlandschaft mit 13,26 ha Wasserfläche entstand. Im Naturschutzgebiet liegen folgende Teiche:

  • Großteich (86 000 m2 ),
  • Langteich (18 300 m2 ),
  • Hellerteich (12 000 m2 ),
  • Mühlteich (6 600 m2 ),
  • Wurzelteich (5 100 m2 ),
  • Grünzelteich (4 600 m2 ).

Der Rohrteich, Handricks-Teich, Babbener-Teich, Quell-, Mittel- und Laichteich  und 1 Mühlteich sind heute verlandet und nicht mehr existent. Der Drehnaer-Teich (7 900 m2) und der Dorfteich (1 000 m2) liegen außerhalb des Naturschutzgebietes. 

Die Teiche im Naturschutzgebiet. Karte: OpenStreetMap.

Aber es gibt noch etwas, den Tannenbusch. Allerdings findet man gar keine Tannen, es ist lediglich eine volkstümliche Bezeichnung für die einheimische Lausitzer Tieflandsfichte. Sie kommt hier und an wenigen weiteren Stellen im Naturpark Niederlausitzer Landrücken ganz natürlich vor, wurde also nicht angepflanzt. So gibt es auch für Fichtenwälder charakteristische Vogelarten: Fichtenkreuzschnabel, Gimpel, Erlenzeisig und zwei Goldhähnchen-Arten. Die Lausitzer Tieflandsfichte findet hier in der Mehßower Landschaft günstige Standortbedingungen vor, und, um sie zu schützen und ihre Fortpflanzung zu gewährleisten, haben bereits die DDR-Behörden 1961 ein 50 Hektar großes Areal unter Naturschutz gestellt.

Graureiher. Foto: Detlef Voigt.

1996 wurde das Naturschutzgebiet auf 203 Hektar erweitert. Damit erreichte man einen umfassenden Gebietsschutz, der neben der Pfeifengras-Fichten-Kiefer-Waldvegetation nun auch die gesamte Teichlandschaft, Wiesen und feucht moorige Standorte mit einbezieht. Das Naturschutzgebiet Tannenbusch und Teichlandschaft Groß-Mehßow gilt als Bestandteil des europäischen ökologischen Netzes NATURA 2000 und genießt einen europäischen Schutzstatus.

Das Naturschutzgebiet befindet sich im Endmoränenzug des Niederlausitzer Landrückens (Lausitzer Grenzwall) und ist ein Bestandteil des gleichnamigen Naturparks. Die vielfältige und ruhige Landschaft bietet den störungsempfindlichen und bedrohten Tierarten ideale Lebens- und Entwicklungsräume. Dazu zählen, Kranich, Fischotter, Seeadler, Waldeidechse, Glatt- und Ringelnatter, Berg- und Kammolch, Laubfrosch, Rotbauchunke, Libellen, außerdem Pflanzenarten, wie Rundblättriger Sonnentau, Königs- und Rippenfarn, Sumpf-Porst, Glockenheide, verschiedene Torfmoose, usw.

In kleinen angelegten Tümpeln entstehen Biotope.

Außer am Wurzelteich, wird in allen Teichen eine extensive Fischwirtschaft betrieben. Acht Kleingewässer, Tümpel mit jeweils 300 – 400 Quadratmetern, wurden zusätzlich angelegt, in denen sich eine Artenvielfalt entwickelt hat. Auch in der reizvollen Teichlandschaft gibt es eine Besonderheit. Am Gewässergrund sind zahlreiche Großmuscheln zu finden. Sie sind Grundlage für das Vorkommen des Bitterling. Dieser Fisch überläßt seine Brut dem Schutz der Muscheln und sorgt seinerseits für die Verbreitung der Schalentiere.

Die Teiche bilden mit kleinen Moorbereichen, Bruchwäldern, Quellen und unverbauten Bachabschnitten ein abwechslungsreiches Lebensraummosaik, in dem Wasservögel, Amphibien und mit etwas Glück auch der Fischotter beobachtet werden können.

Hirschkuh am Langteich. Foto: Detlef Voigt.
Das Naturschutzgebiet Tannenbusch und Teichlandschaft Groß-Mehßow. Karte: OpenStreetMap.

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