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Mehssow

Mehßow – das ist mehr als der Name der beiden Dörfer Groß-Mehßow und Klein-Mehßow. Mehßow, das ist eine ganze Landschaft – die  Mehßower Landschaft. Sie liegt an der Nordabdachung des Lausitzer Grenzwalls und erstreckt sich im Westen von den Ausläufern dieses Lausitzer Grenzwalls (Mehßower Hochebene) über den Bachläufen von Schrake und Schuche (Mehßower Niederung) bis zu den Gemarkungsgrenzen von Schadewitz und Kemmen im Osten. Im Norden bilden Gliechow und Mallenchen die Grenze und im Süden wieder der Lausitzer Grenzwall, der insgesamt die westlich bis südliche Flanke der Mehßower Landschaft ausmacht.

Flächenmäßig umfaßt die Mehßower Landschaft rund 26,9 km². In ihr liegen, in einer Art Siedlungskammer eingebettet, die 6 Dörfer Groß-Mehßow, Klein-Mehßow, Craupe, Radensdorf, Schrackau und Tugam. Aus überregionaler Betrachtung liegt die Mehßower Landschaft im Luckau-Calauer Becken und wird insgesamt als Mehßower Hochfläche bezeichnet (ohne die regionale Unterscheidung in Mehßower Hochebene und Mehßower Niederung). In den Feuchtniederungen dieses Calauer Beckens findet man viele Fischteiche (Groß-Mehßow, Tugam und in anderen Orten), die Bildungen der menschlichen Entwicklung des Spätmittelalters und auch der Neuzeit sind.

Für die Landwirtschaft von Bedeutung sind die Bodenverhältnisse, die zur Klassifizierung in  sogenannte Ackerzahlen eingeteilt wurden. Die Mehßower Landschaft hat eine durchschnittliche Ackerzahl von 35, in der Skala von 1 (sehr schlecht) bis 100 (sehr gut). Es handelt sich um lehmige (tonige) Sandböden mit Anteilen von Sand- und teillehmigen Sandböden.

Die Bodenwertzahlen im Mehßower Gebiet, nach der Skala von 1 (sehr schlecht) bis 100 (sehr gut). Alle nicht farblich gekennzeichneten Gebiete haben Bodenwertzahlen von 30-50 und teilweise darunter. Der Durchschnittswert kann mit 35 eingeschätzt werden. Karte: OpenStreetMap.

So zeichnet sich die Mehßower Landschaft, in der ehemaligen Endmoräne der Eiszeit gelegen, selbst heute noch, aus landwirtschaftlicher Sicht durch nicht besonders günstige Bodenverhältnisse aus und ist in früher Zeit als wiederholt siedlungsabweisend anzusehen. Die Niederungen sind quellreich, feucht und sumpfig und in nassen Jahren landwirtschaftlich kaum nutzbar. Besonders die Mehßower Niederung, das ist das Bachbett der Schrake und Schuche, das sich als schmaler Gürtel von Süd nach Nord durch die Mehßower Landschaft zieht, war früher zum Teil ein Moor- und Sumpfgebiet.

Die Höhenlagen hingegen weisen größtenteils Sandboden auf (Karnickelsand) und sind wenig fruchtbar, in niederschlagsarmen Zeiten deshalb sehr trocken. Die Mutterbodenschicht beträgt manchmal nur wenige Zentimeter. Sandinseln ragen als Erhöhungen aus den Ackerfluren heraus, die landwirtschaftlich nicht genutzt werden und auf denen meist nur Kiefern wachsen.

Eine typische Sandinsel in Radensdorf. – Sandinseln sind kleine Anhöhen, deren Bewirtschaftung sich nicht lohnt und die deshalb mit Kiefern bewachsen sind.  

Die Fischteiche und der dahinter befindliche Tannenbusch in Groß-Mehßow gehören zum Naturpark Niederlausitzer Landrücken, einem Naturschutzgebiet. Das 203 Hektar große Reservat beherbergt die Niederlausitzer Tieflandsfichte, die hier ihren ureingesessenen Standplatz hat. Auf quellig nassen Grundmoränenboden wachsen von Pfeifengras umgeben, Fichten-Kiefernwälder, die in nassen Abschnitten in Erlenbrüche übergehen. Fauna und Flora beherbergen Kostbarkeiten, wie Rippenfarn, Königsfarn, Glockenheide, Sumpfporst und verschiedene seltene Seggenarten.

Die Jahrhunderte alte Fischteiche bieten Lebensräume für Berg- und Kammolch, Fischotter, Edelkrebs, Eisvogel, Kranich und andere seltene Greifvogelarten. Klimatisch befinden sich Groß- und Klein-Mehßow im Gebiet des ostdeutschen Binnenlandklimas. Dabei handelt es sich um ein leicht kontinentales Westwindklima. Neben vorherrschenden Westwinden (40 %) gibt es einen hohen Anteil von Süd- und Ostwinden (22 % und 27 %). Die durchschnittliche Niederschlagsmenge beträgt 75 mm (Julimittel) und etwa 595 mm im Jahresmittel. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 8° C (Sommer 18° C und Winter -1° C). Somit kann man von einem gemäßigten kontinentalen Klima sprechen. Die Gewässer um Groß-Mehßow sind oft Ursache für eine häufige Nebelbildung und Spätfröste im Frühjahr. Im Sommer dagegen wirkt die hohe Wasserverdunstung in den Teichen temperaturdämpfend.

Die Mehßower Landschaft umfaßt die Gemarkungen der Dörfer Groß- Mehßow, Klein-Mehßow, Craupe, Radensdorf, Schrackau und Tugam. Karte: OpenStreetMap.

Groß- und Klein-Mehßow liegen im Dreiländereck der Kreise Oberspreewald Lausitz (OSL), Landkreis Dahme Spree (LDS) und Elbe-Elster (EE). Verwaltungsmäßig ist Klein-Mehßow ein Ortsteil von Groß-Mehßow, und Groß-Mehßow wiederum gehört zur Stadt Calau (Stadtteil, Kolonie), gelegen im Landkreis Oberspreewald Lausitz (OSL).  Verkehrsmäßig erreicht man Groß-Mehßow über die Autobahn A 13, Abfahrt Calau oder Bronkow und über die Bundesstraße 96 Abfahrt Crinitz/Calau. 

Groß- und Klein-Mehßow haben einen direkten Namensverwandten in dem Dorf Messow im Kreis Crossen/Oder. Es liegt heute in Polen und heißt Maszewo. Weitere Ähnlichkeiten sind die Orte Meesow und Massow in Hinterpommern (Polen) und ein Massow in Mecklenburg und in Brandenburg.

Aber auch Personennamen stehen in Beziehung zu beiden Orten. Da sei an erster Stelle der Cahnsdorfer Heimatmaler Curt Messow (1912-1986) genannt. Im Bundesdeutschen Telefonbuch von 1998 fanden sich 128 Namen Messow oder Meßow.

 

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