Fließgewässer

Während die Mehßower Landschaft reich an Teichen ist (gesamte Wasserfläche: 66,66 ha), hat sie an Wasserläufen nur kleine Bäche aufzuweisen. Die bedeutenden sind die Schrake, die Rietzka und die Schuche. An der Rietzka entstand das Dorf Mehßow (Groß-Mehßow), die Schrake diente Schrackau und Tugam als Siedlungsstelle, an der Schuche gründete sich das Rittergut Mehßow (Gutsweiler, Klein-Mehßow) und schließlich entstanden am Radensdorfer Graben und am Crauper Graben einst die heutigen Dörfer Radensdorf und Craupe.

Die Schrake

Die Schrake (aus dem Slawischen, Krebsfluß, Fluß mit Krebsen) war der wirtschaftlich bedeutendste Bach in der Mehßower Landschaft und darüber hinaus. In dem kleinen Dörfchen Babben, früher zur Standesherrschaft Fürstlich-Drehna und heute zu Massen gehörend, entspringt die Schrake. Ein kleiner Bach, der bei seinem Weg durch die Mehßower Landschaft über Zuflüsse aus Entwässerungsarmen doch schließlich so viel Wasser führte, daß sich etliche Wasserräder durch seine Kraft in Bewegung setzten und 5 Mühlen antrieben, um Getreide zu mahlen, aus Ölsaaten Pflanzenöl zu pressen und schließlich die zum Bauen notwendigen Balken und Bretter zu sägen.

Ur-Meßtischblatt 1846. LGB (Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg).

Das Quellgebiet der Schrake liegt unmittelbar in Babben. Hier sorgen mehrere Quellen dafür, daß ein kleiner Bach entsteht. Vermutlich war das der Grund, warum sich hier die ersten Siedler niederließen. Von einem großen Dorf vor dem Dreißigjährigen Krieg ist die Rede, aber auch von Waldarbeitern, die hier ihre Unterkünfte bauten. Die alte Landkarte von 1847 (oben) zeigt, daß man fünf Teiche zur Fischzucht und als Wasserspeicher anlegte. Eine Wassermühle gab das Gelände wohl nicht her, man nutzte deshalb zeitweise eine nördlich vom Dorf aufgebaute Windmühle (siehe Karte).

Durch den Babbener Ursulagrund fließt die Schrake.

Durch den Ursulagrund hindurch, einem reizvollen Fleckchen Erde mit Wiesen und abwechslungsreichem Waldbestand, schlängelt sich die Schrake bis zum ersten Dörfchen in der Mehßower Landschaft – Schrackau. Hier dürfte der Bach wohl der Namenspatron gewesen sein, denn der Ort hieß früher Schrako. Oder vielleicht doch umgekehrt? Jedenfalls waren in Schrackau die Geländebedingungen schon so günstig, eine kleine Mühle betreiben zu können.

Im Ursulagrund fällt die Schrake zeitweise auch mal trocken.

Da Schrackau mit Babben zur Standesherrschaft Fürstlich Drehna gehörte (Schrackau nur kirchlich zu Groß-Mehßow), versorgte die kleine Mühle außer Schrackau auch Babben mit.

Von Schrackau geht es über Wiesen und Felder weiter nach Radensdorf. Den Ort selbst berührt die Schrake nicht, sie schwenkt immer mehr in Richtung Norden ein, erhält zusätzlich vom Radensdorfer Graben Wasser und erreichte schließlich Groß-Mehßow. Hier auf der Groß-Mehßower Feldmark wurde die nächste Mühle errichtet und Radensdorfer Mühle genannt. Man muß vermuten, daß diese Mühle von Anfang an für Radensdorf und Umgebung (Craupe?) zuständig war. In der Neuzeit kam es zu Grenzbegradigungen und die Radensdorfer Mühle wurde Radensdorf zugeschlagen.

Folgen des Braunkohletagebaus – die Schrake liegt trocken (1999).
Jahre später führt die Schrake wieder Wasser (2014).

Von der Radensdorfer Mühle aus bahnt sich die Schrake über 1,2 km weiter ihren Weg in Richtung Norden, versorgte das alte Groß-Mehßower Vorwerk mit Wasser, erhält weiteren Zulauf aus der Rietzka aus den Teichen und erreicht schließlich die Klein-Mühle. Sie war die für Groß-Mehßow zuständige Mühle. Über rund einen Kilometer Bachbett geht es dann weiter zur Groß-Mühle. Hier verläßt die Schrake Groß-Mehßow in Richtung Tugam und speist außerdem den Tugamer Brasenteich mit Wasser. Nach Schrackau ist Tugam der einzige Ort, durch den die Schrake unmittelbar hindurch fließt.

Die Schrake an der Groß-Mehßower Klein-Mühle. Folgen des Tagebaus. Foto: Erich Bönisch.

Auf ihrem weiteren Weg nach Mallenchen gab sie ihre Kraft für die letzte Mühle in unserem Kirchspiel, die Tugamer Heidemühle. Diese Mühle hatte nur eine kurze Lebenszeit und ging im 17. Jahrhundert wieder ein. Es mag die Konkurrenz der vielen Mühlen gewesen sein, vielleicht war sie auch durch Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges abgebrannt und wurde nicht wieder aufgebaut – wir wissen es nicht. Kurz danach verläßt die Schrake die Mehßower Landschaft in Richtung Mallenchen.

Bereits hinter Tugam erfolgte ihre Verlegung in nordöstlicher Richtung als Folge des Braunkohletagebaus Schlabendorf-Süd. Während die Schrake in der Mehßower Landschaft einen Weg von 7,3 km zurück legt, beträgt ihre heutige gesamte Länge 11,3 km. Zwischen Mallenchen und Groß-Jehser mündet sie in die Dobra. Vor 1980 ging ihr Lauf von Mallenchen nach Gliechow, Zinnitz, Tornow und Lichtenau, wo sie ebenfalls in die Dobra mündete.

Die Schuche

Die verfallene Klein-Mehßower Mühle im Jahre 1999. Links das Mühlengebäude und rechts das Wohnhaus, als Einhaus.

Die Schuche, ein weiterer ehemaliger Mühl-Bach in der Mehßower Landschaft, hat ihre Quelle bei Gollmitz. Östlich von Radensdorf fließt sie auf fast geradem Weg in Richtung Norden nach Klein-Mehßow. Nur eine Mühle setzte sie in Bewegung, nachdem ihr weniges Wasser in zwei Teichen, den sogenannten Mühlenteichen, reichlich angestaut wurde. Die Klein-Mehßower Mühle entstand spät und ging früh wieder vom Wasser. Bei Mallenchen mündet die Schuche in die Schrake. Der kleine Bach ist insgesamt 7,7 km lang.

Die Rietzka

Die Rietzka (aus dem Slawischen, Flüßchen) entspringt in der westlichen Groß-Mehßower Teichlandschaft, im Tannenbusch. Die etwa ersten 600 m ihresVerlaufs sind heute nicht mehr sichtbar, weil sie seit 300 Jahren mit den Teichen überflutet ist. Lediglich der Rietzka-Nordarm existiert noch, der am Abfluß des Großteiches sich mit dem Hauptarm (Großteich-Ablauf) vereinigt. Der weitere Verlauf geht dann durch das Dorf Groß-Mehßow. Hier erhält die Rietzka weiteren Zulauf aus dem Schloßgraben. Dem früheren Schloß (Gutshaus) diente sie als allseitig umgebender Wassergraben (kleine Wasserburg). Durch Wiesen hindurch, früher allmählich sumpfiger werdend, mündet sie schließlich in die Schrake.

Durch Groß-Mehßow schlängelt sich die Rietzka.
Der kleine Rietzka-Nordarm (Nordumfluter) bei Niedrigwasser.

Die Rietzka diente zuerst einer spätslawischen Kleinsiedlung (etwa 11. Jahrhundert) auf dem Groß- Mehßower Groschkenberg als Lebensquelle. Die Slawen gaben dem Bach auch seinen Namen. An dem weniger sumpfigen Nordufer der Rietzka entstand später das Dorf (Groß-) Mehßow (13. Jahrhundert).

 

Der Verlauf der Rietzka ist in ihrem westlichen Bereich nicht mehr sichtbar, da sie im 18. Jahrhundert mit hauptsächlich dem Großteich überflutet wurde. Karte: OpenStreetMap.

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