Das 35. Dorffest in Groß-Mehßow

Am 11./12. August 2018 feierten die Mehßower wieder ihr großes umfangreiches Dorffest. Die Ära der Mehßower Dorffeste ging allerdings mit diesem 35. Dorffest zu Ende. Ein Grund war, daß die Stadt Calau den Mehßowern förmlich den Boden unter den Füßen wegzog. In einer kühnen Politposse wurde der Festplatz – Schloß und Park – so ganz nach Calauer Gutsherrenart in private Hände verkauft.

In mühevoller Kleinarbeit hatten die Mehßower Einwohner sich das sozialistische DDR-Erbe – Schloß und den verwilderten Park – hergerichtet und als kulturelles Begegnungszentrum umgebaut, wo auch die zünftigen Dorffeste statt fanden. Es war jedes Jahr beeindruckend, mit welchem Elan und Kreativität die Dorffeste gestaltet wurden, immer wieder mit neuen Ideen, neuen Künstlern bereichert – langweilig wurde es nie. Viele fleißige Hände gestalteten die Veranstaltung bis zu diesem letzten 35. Dorffest – es war harte Arbeit.

Bierdosen-Angeln 1995.
Viele Ideen setzten die Mehßower für ihr Dorffest um – 2004.

Viele Besucher lockten alljährlich nicht nur verschiedene bekannte Unterhalter, sondern auch das von Jörg Reichwald organisierte Trecker-Treffen an. Selbst das Brühtrogfahren auf dem Groß-Mehßower Dorfteich, das es schon länger nicht mehr gibt, wurde immer wieder mit neuen Ideen belebt. So blieb man nicht nur beim Brühtrog, sondern erfand immer neue Wasserfahrzeuge mit neuen Disziplinen.

Wieviel Arbeit an der Vorbereitung der Dorffeste hängt, kann ein Außenstehender kaum ermessen. Das Programm muß vorbereitet werden, attraktive Angebote organisiert und die erforderlichen amtlichen Genehmigungen eingeholt werden. Ein großer Aufwand ist die Durchführung des Dorffestes selber. Alles erforderliche muß zusammengetragen und eingerichtet werden, wie Zelt, Bühne, Tische, Stühle, Bänke, Geschirr, Dekoration, die Stromversorgung muß gesichert sein, denn nicht nur die Kaffeemaschinen laufen auf Hochtouren, usw. Viele fleißige Hände sind vor Ort und sorgen dafür, daß alles reibungslos klappt und die vielen Besucher und Gäste sich wohl fühlen können, in diesem schönen Ambiente unter Jahrhunderte alten Eichen im Gutspark.

Die olympischen Ringe werden gezündet – das 2004-er Brühtrogrennen auf dem Dorfteich eröffnet.
Tante Irmchen – wer kennt sie nicht – für jeden Spaß zu haben.

Allen Helfern, Unterstützern und Sponsoren sei an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich gedankt für die langjährige Treue zu den Mehßower Dorffesten. Und besonders, Danke Euch Mehßowern, Ihr ward großartig!

Daß mit dem Verkauf des Groß-Mehßower Gutsareals das Mehßower Kulturleben in die Knie gezwungen und den Einwohnern ein kultureller Schaden zugefügt wurde, interessierte freilich kaum in Calau – ging es doch nicht um Calauer Kultur und Calauer Interessen und die Calauer Stadtfeste. Das ist eben Calauer Art. War den Stadtvätern abhanden gekommen, daß in den Landgemeinden nicht nur Steuerzahler, sondern eben auch Menschen wohnen? Eigentlich sollte es doch andersherum sein – die Stadt Calau als Kulturförderer. Über diesen „Calauer“, der „kerngesunden Kleinstadt mit Witz“, konnten die Mehßower freilich nicht lachen – ihnen war das Lachen schon länger vergangen.

Die 2019 erscheinende 2. Auflage der großen Mehßower Chronik befaßt sich auf 20 Seiten ausführlich mit diesem Calauer Kulturskandal.

  Bilder und Videos vom Sonnabend.

Bilder und Videos vom Sonntag, 1. Teil.

Bilder und Videos vom Sonntag, 2. Teil.

Bilder und Videos vom Sonntag, 3. Teil.

Hinter der Bühne, den Kulissen geschaut.